Ob als Spielzeug (für Erwachsene), oder um atemberaubende Fotos aus der Vogelperspektive zu schießen – Drohnen sind aus unserem Alltag kaum noch wegzudenken. Doch die kleinen Fluggeräte kommen mit ihren besonderen Tücken. Technische Probleme führen zu möglichen Unfällen, eine Drohne, die sich zu weit entfernt hat, kann leicht eingesteckt und mitgenommen werden. Gut, wenn man in solchen Fällen abgesichert ist.

Hier kommen wir ins Spiel: Wir liefern dir Antworten auf deine Top-Fragen rund um die faszinierende Materie der Drohnenversicherungen. 

Drohnenversicherung

Ist es Pflicht, deine Drohne zu versichern?

Jap, das ist es. Sobald du deine Drohne starten lässt – egal welche Art von Drohne oder zu welchem Zweck –, musst du diese versichern. Luftverkehrsgesetz LuftVG § 43, Baby. Im Klartext regelt das Gesetz, dass jedes „unbemannte Flugobjekt” in Deutschland versichert sein muss. 

Macht eigentlich Sinn, wenn du dir überlegst, dass weder du noch deine Drohne perfekt sind plus du erstmal lernen musst, dein neues Spielzeug richtig zu steuern. Da kann es schonmal passieren, dass du aus Versehen in einen Strommast reinfliegst, oder dass deine Drohne durch einen technischen Defekt streikt und auf ein geparktes Auto fällt (wir hoffen, das passiert nie!).

Und für genau solche Fälle muss deine Drohnenversicherung greifen – für Schäden, die du aus Versehen anderen oder deren Sachen mit deiner Drohne zufügst. Oder falls du andere Personen unabsichtlich beim Drohnenflug verletzt. 

Hast du die Pflichtversicherung nicht und es passiert ein Missgeschick, musst du übrigens nicht nur für die anfallenden Reparatur- oder Behandlungskosten möglicher verletzter Personen aus eigener Tasche aufkommen, sondern es fällt auch noch eine zusätzliche Geldstrafe an.

Ok, also wie kannst du nun deine Drohne versichern, um all das zu vermeiden?

Welche (bestehenden) Versicherungen decken Drohnen ab? 

Drohnen in der Privathaftpflicht

Die gerade angesprochenen Fälle, also wenn du anderen oder den Sachen anderer durch deine Drohne einen Schaden zufügst (aka Sachschäden), oder diese verletzt (aka Personenschäden), werden möglicherweise von deiner bestehenden Privathaftpflichtversicherung gedeckt. Oder es besteht die Möglichkeit, den Drohnen-Haftpflichtschutz gegen einen Aufpreis zu deiner Police hinzuzufügen. Laut Check24 ist das teilweise schon für weniger als 2 Euro im Monat möglich.

Doch Vorsicht, viele Versicherungen bieten es dir nicht an, Drohnen unter deren Privathaftpflichtversicherung abzusichern. Frag am besten mal nach, wie’s bei deinem Versicherer aussieht. 

Hand aufs Herz: Auch bei Lemonade ist es bisher noch nicht möglich, eine Drohne zur bestehenden Privathaftpflichtversicherung hinzuzufügen. Jedoch arbeiten wir andauernd an der Erweiterung unserer Deckungen (und Drohnen sind definitiv auf unserer Liste!). Dass wir das Produkt noch nicht anbieten, hindert uns jedoch nicht daran, dir eine umfassende Übersicht zu Drohnenversicherung zu bieten (#Versicherungsnerds).

Drohnenhaftpflichtversicherung

Jetzt, da wir geschaut haben, welche Schäden von der Privathaftpflicht abgedeckt werden, lass’ uns einen Blick auf die Fälle werfen, die die Versicherung nicht übernimmt.

Was wird nicht von der Privathaftpflicht inkl. Drohnen abgedeckt?

Die Privathaftpflicht springt generell ausschließlich für Schäden ein, die deine Drohne verursacht hat. Ist das gute Stück selbst in Mitleidenschaft gezogen worden, ist das kein Fall für die private Haftpflichtversicherung (sondern für die Drohnen-Kaskoversicherung). Auch deckt die Privathaftpflicht ausschließlich Drohnen ab, die du privat nutzt. Hast du deinen Bürojob an den Nagel gehängt und dich als Hochzeits-Fotograf:in samt Drohne selbstständig gemacht, sind Schäden, die du mit dieser verursachst, kein Fall für die Privathaftpflicht. Auch Drohnen, die ein Startgewicht von über 5 kg überschreiten, können in der Regel nicht unter der Privathaftpflicht versichert werden.

Ok, das war eine Art, deine eigene Drohne zu versichern, nämlich sie zur bestehenden Privathaftpflichtversicherung hinzuzufügen. Eine weitere Möglichkeit ist, dir eine eigene Haftpflichtversicherung nur für deine Drohne zu holen.

Was deckt die spezielle Drohnenversicherung ab?

Die separate Drohnenhaftpflichtversicherung deckt eigentlich genau dieselben Schadensfälle ab wie die Privathaftpflichtversicherung, plus bietet dir eine Alternative, wenn a) deine reguläre Privathaftpflicht keine Drohnen abdeckt, b) bei Drohnen für die gewerbliche Nutzung (hier sind wir wieder bei den Hochzeits-Fotograf:innen), oder c) deine Drohne mehr als 5 kg auf die Waage bringt. 

Darauf musst du bei deiner Drohnenversicherung achten

Egal für welche der beiden Optionen du dich entscheidest (ob Privathaftpflicht mit Drohnenschutz oder spezielle Drohnenhaftpflicht), wirf unbedingt einen Blick in deine Versicherungsbedingungen oder kläre die folgenden Punkte kurz mit deinem Versicherer ab:

  • Auslandsdeckung.

Falls du deine Drohnen mit auf den nächsten Post-Corona-Backpackingtripp nehmen willst, lohnt es sich zu checken, ob diese auch im Ausland versichert ist.

  • Andere Drohnenpilot:innen.

Möchtest du eine:n deiner Freund:innen ‘ans Steuer’ lassen, musst du überprüfen, ob auch Schäden durch andere Drohnenpilot:innen unter deiner Police mitversichert sind. 

  • Selbstbeteiligung und Deckungssumme. 

In der Regel gibt es für deine Privathaftpflicht – sollte sie Drohnen mit abdecken – eine Deckungsgrenze für von Drohnen verursachte Schäden. Also erstattet der Versicherer im Worst-Case-Szenario einen Betrag, der oftmals deutlich geringer als deine Versicherungssumme ausfällt. Frag’ am besten mal nach, welche Begrenzungen es für deine Versicherung gibt. Außerdem kannst du schauen, ob du eventuell eine Selbstbeteiligung am Schadensfall in Betracht ziehen möchtest. Entscheidest du dich dafür, einen Teil der anfallenden Kosten selbst zu tragen, schlägt sich das positiv auf deinen Versicherungsbeitrag.

  • Anzahl gedeckter Drohnen.

Möchtest du mehrere Drohnen versichern, dann überprüfe auf jeden Fall, ob auch alle von der Versicherung eingeschlossen werden.

Diese (Drohnen-)Regeln musst du einhalten

Du hast richtig verstanden, mit der reinen Drohnenversicherung ist es noch nicht ganz getan. Damit diese auch greift (und du keine Strafe zahlen musst), solltest du dir keinen Fauxpas beim Drohnenfliegen erlauben. Halte dich stattdessen an die folgenden Regeln:

1. Anwendungspflicht

Du musst deine Drohne registrieren, bevor du sie starten lässt – und zwar beim Luftfahrt Bundesamt (LBA). Anschließend bekommst du eine Registrierungsnummer. Hier kannst du checken, für welche Drohnen diese Pflicht gilt und welche Schritte zur Anmeldung nötig sind.

2. Kennzeichnung deiner Drohne

Damit auch alle wissen, dass Schritt 1 erfüllt wurde und du deine Drohne angemeldet hast, versehe deine Drohne fix mit einer e-ID – und zwar sichtbar.

3. Flughöhe

Mit deiner privat genutzten Drohne darfst du nicht höher als 100 m fliegen. Stell’ sicher, dass du sie jederzeit im Blick hast. 

4. No-Flight Gegenden

Möchtest du mal kurz das Open-Air-Clueso-Konzert – für das du alle Songtexte auswendig kannst und doch keine Karte mehr bekommen hast – mit deiner Drohne auschecken? Dann müssen wir dich leider enttäuschen. Menschenansammlungen wie auf großen Events sind für deine Drohne tabu. Dasselbe gilt für „empfindliche Gegenden” rund um Flughäfen, Gefängnisse, Industrieanlagen und Krankenhäuser, sowie Privatgrundstücke; besonders, wenn deine Drohne Fotos machen und Videos aufnehmen kann. Einzige Aufnahme: Dein:e Nachbar:in hat es dir erlaubt, sein:ihr Grundstück zu überfliegen.

5. Führerscheinpflicht

Wiegt deine Drohne mehr als 250 g, ist es für dich Pflicht, den kleinen EU-Drohnenführerschein zu machen. Hier gibt’s mehr Infos.

6. Aufstiegsgenehmigung

Die brauchst du, wenn deine Drohne ein Abfluggewicht von mehr als 5 kg hat. Beantrage die Erlaubnis ganz einfach bei der Landesluftfahrtbehörde deines Bundeslandes.

Wie kannst du deine Drohne gegen Diebstahl versichern?

Du hast deine Drohne nach all den gemeinsamen Foto-Sessions so richtig ins Herz geschlossen und möchtest nicht, dass sie Langfingern in die Hände fällt? Verständlich.

Ist trotz aller Vorsicht jemand bei dir eingebrochen und hat deine Wertsachen samt Drohne mitgehen lassen, dann springt in der Regel deine Hausratversicherung für den entstandenen Schaden ein. 

Doch wie sieht’s mit Diebstahl außerhalb deines Zuhauses aus? Bei Lemonade besteht die Möglichkeit, deine Sachen – plus deiner Drohne – gegen Diebstahl von überall her zu schützen. Füge ganz einfach und innerhalb weniger Klicks das Anti-Diebstahl Paket zu deiner bestehenden Hausratversicherung hinzu.

Egal ob du nun deine Drohne im eigenen Garten steigen lässt, auf dem Feld gegenüber oder während deines nächsten Asien-Trips, im Fall eines Diebstahls halten wir dir den Rücken frei. Dein Schutz gilt sogar auf Auslandsaufenthalten von bis zu drei Monaten. 

Deine Drohne versichern

Und jetzt noch ein kleiner Diskurs: Drei non-Mainstream Bereiche, in denen Drohnen eingesetzt werden

Der Löwenanteil der mehr als 400.000 (!) in Deutschland genutzten Drohnen, auch Multicopter genannt, fällt laut dem Bundesverband der deutschen Luftverkehrswirtschaft in die Gruppe der privaten Drohnen. Doch auch die Entwicklung im Bereich Businessdrohnen ist alles andere als uninteressant. In 2013 hat Jeff Bezos angekündigt, dass es schon bald eine Drohnen-Lieferflotte geben werde, die Amazon-Pakete innerhalb kürzester Zeit bis zu deiner Türschwelle flöge. Ganze neun Jahre später befindet sich „Prime Air” immerhin schon in einer Art Testphase. Andere Firmen hingegen, wie beispielsweise die Alpabeth-Tochter Wing, sind bereits mit wehenden Fahnen an Amazon vorbeigezogen. In Canberra, Australien, gibt’s den Cold-Brew, Medikamente, sowie deine Lunch-Lieferung per Drohne.

Doch welche Bereiche gibt’s sonst noch, in denen Drohnen eingesetzt werden, die dir eventuell noch nicht bekannt waren? 

1) Geek Alert: Es gibt spezielle Drohnenrennen, bei denen die Pilot:innen sich mithilfe einer First-Person-View Brille erbitterte Schnelligkeitswettbewerbe liefern. Seit 2015 existiert sogar eine internationale Liga für Drohnenrennen, die Drone Racing League.

2) Einbrecher adé: Amazon hat eine Drohne mit dem Namen Always Home ‘rausgebracht. Diese hilft dir dabei, die Sicherheit deines eigenen Zuhauses zu maximieren. Erstmal aktiviert, fliegt die Drohne in deinen vier Wänden Wache und ertappt so mögliche Einbrecher auf frischer Tat. Und das Beste? Du kannst das ganze Spektakel per Videoaufnahme durch deine Drohne auf dem Handybildschirm verfolgen.

3) Katastrophengebiete: Drohnen können in Gebiete vordringen, die Menschen verwehrt bleiben, beispielsweise um nach Naturkatastrophen Opfer zu retten, Nahrungsmittel oder Medikamente auszuliefern. Außerdem können Drohnen dabei helfen, vermisste Personen nach Katastrophen schneller zu orten. Das DRK besitzt bereits einige Drohnen, die zum Bevölkerungsschutz eingesetzt werden.

Kategorien: #Versicherung

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