Wohnungseinbrüche sind extrem einschneidend und zerstören das Gefühl von Sicherheit im eigenen Zuhause. Jemand hat deine Wohnung gegen deinen Willen betreten – den Space, in dem du deine Erinnerungen aufbewahrst, und wo oftmals die Menschen wohnen, die dir in der Welt am wichtigsten sind. Das geht an niemandem komplett spurlos vorbei. 

Jetzt, da die Sonnenstunden jeden Tag ein bisschen weniger werden, steigt das Risiko eines Wohnungseinbruchs. Im Winterhalbjahr gibt es laut dem Bundeskriminalamt deutlich mehr Fälle von Wohnungseinbruchdiebstahl als im Sommerhalbjahr. Die Kriminalstatistik der Polizei verzeichnet außerdem, dass von Oktober bis Januar die Hälfte aller Einbrüche stattfindet. Doch wie kannst du dich schützen, dein Zuhause einbruchsicher machen und eventuell sogar noch finanzielle Unterstützung zur Einbruchsicherung erhalten? Und was ist zu tun, sollte das Worst-Case-Szenario nun doch eintreten? 

Folgend werden wir auf diese Topics näher eingehen:

Haus einbruchsicher machen

Wie kannst du dein Zuhause einbruchsicher machen?

Überzeuge Dieb:innen davon, dass du zu Hause bist

Denken potenzielle Einbrecher:innen, dass jemand zuhause ist, ist die Wahrscheinlichkeit eines gestarteten Einbruchversuchs deutlich geringer. Sie haben es ja auf deine Schätze abgesehen, möchten am liebsten unbemerkt und so schnell wie möglich rein und wieder raus. Also macht es Sinn, den Eindruck zu erwecken, dass deine Wohnung belebt ist. Dazu helfen dir die folgenden Hacks:

1. Rollläden sollten tagsüber oben und das Licht abends (wenn’s draußen dunkel ist) angeschaltet sein. Wenn du mal nicht zuhause sein solltest, kann eine Zeitschaltuhr helfen. Die timed es so, dass das Licht zu bestimmten Zeiten an- und ausgeschaltet und elektrische Rollläden hoch- bzw. runtergefahren werden. 

2. Wenn du wirklich mal etwas länger wegfährst (hallo lang ersehnter Post-Corona-Trip nach Guatemala), solltest du eine:n Nachbar:in darum bitten, deinen Briefkasten regelmäßig zu leeren. Denn nichts sagt so sehr „Ich bin dann mal weg…” wie eine überquellende Postbox mit Werbung der letzten 14 Tage.

3. Klingt etwas extreme, aber sicher ist sicher… vermeide es, in den Social-Channels preiszugeben, dass du dich längere Zeit nicht in deinen eigenen vier Wänden aufhältst. Also keine Posts im Stil von #BesteCoronaRoutine #NochWeitere3WochenInDenBergen.

4. Du kannst dir auch einen sogenannten „elektrischen Hund” bestellen – gibt’s bei Amazon. Es handelt sich hierbei um einen Bewegungsmelder, der, wenn Bewegung in der Nähe deiner Wohnung wahrgenommen wird, anfängt zu bellen. An Hunde wagen sich viele Einbrecher:innen nämlich nicht.

5. Fake-TV-Leuchten. Schon krass, dass es sowas gibt. Es ist ein kleines Gerät, dass das LED-Licht deines Fernsehers imitiert. Somit gaukelst du potenziellen Täter:innen vor, dass du im Wohnzimmer chillst und dir die neuste Netflix-Serie reinziehst.

Außenbeleuchtung/ Bewegungsmelder & Alarmanlagen

Auf den ersten Blick erscheint es sinnvoll, einen Bewegungsmelder zu installieren. Jedoch gehen diese meist erst an, wenn Einbrecher:innen sich schon sehr nahe am Haus befinden – oder sie werden im Gegensatz dazu schon beim leisesten Windhauch oder durch die Katze deiner Nachbarin aktiviert. Laut der Polizei macht es mehr Sinn, die Rückseite des Hauses, den Hof oder Garten dauerhaft zu beleuchten. Übrigens stellen hier Solarleuchten eine tolle Variante dar – die sind super für dein Portemonnaie und außerdem viel umweltfreundlicher. 

Zusätzlich können Alarmanlagen hilfreich sein. Eine Alarmanlage hält laut Aussagen der Polizei ungefähr 50 Prozent der Täter:innen von einem Einbruch ab. 

Tür- und Fenstersicherung

Laut Statista brechen Dieb:innen in Mehrfamilienhäusern über Eingangstüren ein – 80 Prozent der Einbrüche in Einfamilienhäusern hingegen finden über Fenster oder Fenstertüren statt. 

Natürlich können Schurk:innen auch über geschlossene Fenster/Türen einsteigen; jedoch bietet ein offenes Fenster eine viel, viel größere Angriffsfläche. Also ist es wichtig, dass du eine Routine für dich schaffst und immer auf 100 Prozent sichergehst, dass du a) alle Fenster zugemacht (gekippt gilt übrigens als offen), sowie die Haustür zweimal abgeschlossen hast, sobald du das Haus für eine gewisse Zeit verlässt.

Doch wie kannst du deine Fenster und Türen noch sicherer machen? 

Good to know: Dieb:innen targeten mit Vorlieb eine bestimmt Schwachstelle deines Zuhauses, wie beispielsweise Terrassen-/Kellertüren oder Fenster im Erdgeschoss. Verständlich, dass du nicht deine komplette Bude  á la Kings Landing aufrüsten möchtest. Jedoch solltest du die leichten Einstiegsmöglichkeiten über Fenster und Türen extra sichern –  eventuell mit sogenannten Pilzkopfzapfen (anstatt Rollzapfen). Die kann man weniger leicht aufhebeln. Noch was: Rollläden an deinen Fenstern bzw. Terrassentüren stellen nicht unbedingt einen Einbruchschutz dar – jedenfalls dann nicht, wenn sie sich ganz leicht von außen hochschieben lassen. Check’ das am besten mal selbst. Damit du für mehr Einbruchschutz nicht alle Rollläden austauschen musst, solltest du überprüfen, ob du eventuell noch nachrüsten und eine automatische Hochschiebesperre einbauen lassen kannst. Eine weitere Möglichkeit stellen abschließbare Fenstergriffe dar. Sie helfen in Fällen, in denen Einbrecher:innen die Scheibe einschlagen und versuchen, das Fenster von innen zu öffnen. 

Übrigens geben Dieb:innen ganz schnell auf, wenn sie auf Hindernisse stoßen. Laut dem Duisburger Kriminologen Frank Kawelovski dauert ein Einbruch durchschnittlich nicht länger als fünf Minuten. Sind deine Türen oder Fenster gesichert, kann das also einige potenzielle Täter:innen von ihrer Mission abbringen, da sie nicht beim ersten Versuch reinkommen. 

Schwachpunkt Schlüssel

Fällt dein Wohnungsschlüssel Kriminellen in die Hände, wird es brenzlig. Doch welche Möglichkeiten gibt es, damit es gar nicht erst zu diesem Fiasko kommt? 

1. Verstecke niemals (wirklich niemals) Ersatzschlüssel rund um das Haus / die Wohnung. Profis sind super gerissen und kennen einfach alle Verstecke. Unterm Blumentopf neben der Tür? Standard. Neben dem Gartenhäuschen? No kidding. 

Wenn du möchtest, dass jemand einen Ersatzschlüssel hat, falls mal was sein sollte, gib ihn an Freund:innen oder Nachbar:innen, denen du vertraust. 

2. Solltest du in eine neue Bleibe ziehen, lass’ direkt jemanden den Schließzylinder der Wohnungstür austauschen. Man weiß nie, wer noch einen Ersatzschlüssel besitzt. So vermeidest du unerwartete Überraschungen und kannst dir außerdem ein bombensicheres Schloss einbauen lassen.

3. Dasselbe gilt, wenn du deinen Schlüssel verlierst. Investiere die extra Öcken in ein neues Schloss. Nicht nur für den eigenen Seelenfrieden.

Wenn du dein Zuhause sicherer machen möchtest, kannst du übrigens finanzielle Unterstützung anfordern. Und zwar beispielsweise von der KFW-Bankengruppe. Sie können dir entweder Kredite mit geringen Zinsen von bis zu 50.000 Euro oder Zuschüssen, die du nicht zurückzahlen musst, von bis zu 1.600 Euro anbieten. Klingt zu gut um wahr zu sein? Lies dazu mehr auf der KFW Website nach. 

Was passiert, wenn nun wirklich das Alptraum-Szenario Einbruch eingetreten ist? Erfahre in den nächsten Absätzen, welche Versicherung einspringt und was sonst noch zu tun ist. 

Tipps Einbruchsicherung

Welche Versicherung deckt Einbruchdiebstahl und was solltest du beachten?

Normalerweise fällt Einbruchdiebstahl, so wie Raub und Vandalismus, unter den Einzugsbereich deiner Basic-Hausratversicherung, wenn du denn eine hast (übrigens echt zu empfehlen). 

Die Hausratversicherung springt ein, wenn jemand in dein Haus oder deine Wohnung einbricht und deine Sachen klaut – entweder gewaltsam, oder weil er:sie deinen Schlüssel während eines Überfalls geklaut hat. Sie kommt in dem Fall für den Wert der gestohlenen Gegenstände auf, und zwar für den sogenannten Neuwert/Wiederbeschaffungswert. Dasselbe gilt nicht nur für Einbruchdiebstahl in den eigenen vier Wänden. Über die sogenannte Außenversicherung (Teil der Hausratversicherung) sind deine Sachen auch abgedeckt, sollte jemand beispielsweise in dein Hotelzimmer einbrechen – und zwar mit sichtbaren Einbruchspuren – und deine geliebte Canon mitgehen lassen.

Die Hausratversicherung übernimmt in manchen Fällen auch anfallende Kosten, wenn während des Einbruchs Türen oder Fenster deines Zuhauses beschädigt wurden. Doch dies ist nicht bei allen Versicherern der Fall und es lohnt sich, diesen Punkt in deiner Versicherungpolice zu überprüfen.

Und noch was – sollte deine Wohnung oder dein Haus temporär unbewohnbar werden, weil Dieb:innen während des Einbruchs ordentlich Schaden angerichtet haben, übernimmt deine Hausratversicherung einen Teil der vorübergehend erhöhten Lebenshaltungskosten: Sie erstattet beispielsweise die Kosten für ein Airbnb oder Hotel. 

Was musst du beachten / Fälle in denen die Hausratversicherung eventuell nicht (voll) einspringt:

1) Nicht alle Versicherer ersetzen gestohlenes Bargeld – es lohnt sich auch hier ein kurzer Blick in deine Police.

2) Das kleine Ding, das sich grobe Fahrlässigkeit nennt. Solltest du den Schaden grob fahrlässig herbeigeführt und somit deine Sorgfaltspflicht vernachlässigt haben, können mehrere Szenarien eintreten:

1. Sehr günstige Hausrattarife übernehmen den entstandenen Schaden möglicherweise überhaupt nicht, und du bleibst mit allen anfallenden Kosten alleine im Regen stehen.

2. Mittelstarke Tarife übernehmen Einbruchdiebstahl durch grobe Fahrlässigkeit nur bis zu einer bestimmten Obergrenze, wie beispielsweise 10.000 Euro. Übersteigt die Schadenssumme diese Grenze, musst du einen gewissen Anteil am Schaden selbst übernehmen.

3. Gute Hausrattarife decken grobe Fahrlässigkeit vollständig ab (pheww).

Und wie sieht grobe Fahrlässigkeit eigentlich in der Praxis aus? Man muss vorab sagen, dass es manchmal gar nicht so einfach ist, leichte von grober Fahrlässigkeit zu unterscheiden. In manchen Fällen muss hierfür sogar das Gericht zurate gezogen werden. Trotzdem hier ein vereinfachtes Beispiel für grobe Fahrlässigkeit: Du lässt dein Fenster auf Kipp oder die Wohnungstür unabgeschlossen und verlässt dein Zuhause, um mit Freund:innen für mehrere Stunden beim Italiener um die Ecke Pizza und Lambrusco zu genießen. Dieb:innen nutzen es aus, brechen in deine Wohnung ein und lassen deine Electronics mitgehen. 

Doch was sind die ersten Schritte, die du tun solltest, wenn es wirklich hart auf hart kommt und du entdeckst, dass bei dir eingebrochen wurde? 

Tipps zur Einbruchsicherung

Was ist zu tun, wenn ein Einbruch stattgefunden hat?

1. Erstmal gilt: nichts anfassen und nichts verändern – Tatort-Style. 

2. Ruf’ die Polizei an und erstatte Anzeige. Übrigens auch ein Must, um den Schaden später bei deiner Versicherung einzureichen. 

3. Mach’ Fotos vom Tatort und fertige eine sogenannte „Stehlgutliste” an, die alles aufzählt, was weggekommen ist. 

Pro Tipp: Am besten ist, du schreibst schon vorher eine Liste mit allen deinen Wertsachen. Wenn was passiert, weißt du genau, was weggekommen ist. Du solltest das Ganze noch mit Fotos von deinen wertvollsten Sachen ergänzen und deren Kassenzettel aufbewahren.

4. Sollten deine Bankkarten gestohlen worden sein, lass’ sie direkt sperren. Über die 24-Stunden-Hotline 116 116 erreichst du den sogenannten Sperr-Notruf. Du brauchst für die Sperrung deine IBAN oder Kontonummer und Bankleitzahl. Übrigens kannst du auf diesem Weg auch ganz einfach deine SIM-Karte sperren lassen, sollte dein Handy dem Einbruchdiebstahl zum Opfer gefallen sein.

5. Den Schaden bei deiner Hausratversicherung melden. Fun-Fact: Bei Lemonade dauert das nur wenige Minuten – alles läuft komplett per App ab und ohne Formulare in Papierform einreichen zu müssen. Nimm einfach ein kurzes Video auf, in dem du genau erzählst, was passiert ist und das Lemonade Team kümmert sich umgehend darum. 

In manchen Fällen schickt dein Versicherer einen Sachverständigen vorbei, der den Schaden überprüft. 

Bevor du dich verabschiedest…

Wenn du für dich selbst herausgefunden hast, welche Sicherheitsmaßnahmen für dein Zuhause am sinnvollsten sind, setz’ diese auf deine aktuelle To-do-Liste #GoodbyeProkrastinierung. Es ist allzu leicht, sich keine Gedanken über Einbrüche und Co.  zu machen. Aber es lohnt sich. Manchmal können kleine Änderungen den größten Unterschied machen. Um das Thema Einbruchsicherung nicht weiter aufzuschieben, wurde übrigens der Tag des Einbruchschutzes erfunden. Am  25. Oktober, wenn die Uhr von Sommer-auf Winterzeit umgestellt wird, wird jeder dazu angehalten, sich in der gewonnen Stunde Gedanken über den eigenen Einbruchschutz zu machen. Auch wenn heute nicht der 25. ist – worauf wartest du noch?

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