Nach monatelanger Suche, der Besichtigung unzähliger Bruchbuden, die als „heller Altbau” angepriesen wurden, und seltsamen Wohnungseigentümer*innen, vor denen du deine komplette Finanzlage darlegen musstest, hast du endlich die Wohnung in deiner (Traum-)Stadt gefunden. Du bist euphorisch — nun ist chillen angesagt, oder?

Nicht so schnell. Jetzt ist erstmal die Zeit für das kleine Ding mit dem Namen Umzug gekommen.

Prokastination hat im Studium recht gut geklappt, doch ist beim Umziehen leider total kontraproduktiv. Also, gut vorbereiten und richtig planen. Auf diese Weise vergisst du nichts und dein nächster Netflix-Binge kommt nicht zwischen dich und das Packen.

Die Definition der wichtigsten To-dos kann sich während deiner Umzugsvorbereitung als eines der größten Hindernisse herausstellen. Angefangen beim ganzen logistischen Zeug, wie dem Transport deiner 1,60 m Matratze, bis zur Aktualisierung deiner Hausrat- und Haftpflichtversicherung (mit Lemonade übrigens ein Kinderspiel!) — alles will vorab gut durchdacht sein, um trotz allem Wirrwarr stets den Überblick zu behalten.

 

 

Umziehen muss nicht zwangsläufig stressig sein, solange du deinen Kram vorher in die richtige Ordnung bringst. Wir haben das Ganze für dich vereinfacht — also halt’ dich fest, denn hier kommt sie, deine ultimative Umzugsliste!

Umzug Tipps und Tricks

Was du vor deinem Umzug tun solltest

Zwei Monate bis Tag X: Plan’ voraus, organisier’ dich

1. Einatmen, ausatmen. Du schaffst das.

2. Wähle deinen Umzugstermin. Pro Umzugstipp: Zieh’ früh an einem Samstag um, damit du die restliche Zeit des Wochenendes mit Auspacken und Einräumen verbringen kannst, keinen Tag Urlaub nehmen musst und deine Umzugshelfer*innen auch freihaben.

3. Geh auf Nummer sicher und überprüfe, dass deine Hausrat-Haftpflicht-Kombi noch bis zum Auszugstag gilt. Sei es, dass deine Katze entscheidet, die Türrahmen deiner alten Mietwohnung in den letzten Wochen doch noch mit Kratzmustern zu markieren, oder dass du einen Last-Minute Rohrbuch hast, der alles unter Wasser setzt. Da du nach dem Umzug sicher erstmal knapp bei Kasse bist, solltest du mögliche Extra-Kosten vermeiden.

4. Miss deine neue Wohnung aus, damit du weißt, welche Möbel wohin passen. Vergiss nicht, die Tür, den Aufzug (falls es einen gibt) und das Treppenhaus auszumessen, um das Alptraumszenario am Umzugstag zu vermeiden. Vielleicht kannst du auch schon direkt einen Möbelstellplan entwerfen, um genau festzulegen, wo was hinkommt. Ist das Treppenhaus eng oder besitzt du womöglich kostbare Antikmöbel, die du in den vierten Stock schaffen willst? In beiden Fällen lohnt es sich, bei einer Umzugsfirma einen Umzugslift samt Kranführer*in zu mieten. Informiere dich hier im Detail über diese Möglichkeit.

5. Rechne dir aus, ob du in den nächsten paar Monaten sparen musst, um die Umzugskosten und eventuelle Doppelzahlung der Miete auszugleichen. Lass ein paar ausschweifende Barabende aus und setz dir ein knapperes Budget für deine täglichen Ausgaben.

6. Erstelle deine eigene Excel-Tabelle, um beispielsweise deine To-do-Liste, sowie die Umzugskosten zu tracken.

7. Frag’ schonmal leise und mit großen Bambiaugen bei deinen Freund*innen an, wer dir denn beim Umziehen helfen kann. 

8. Miete einen Umzugswagen. Kosten liegen bei ca. 50 Euro pro Tag und du kannst hier ein paar hilfreiche Infos finden. Überspringe dies, falls jemand in deiner Family oder von deinen Freund*innen einen fetten Transporter besitzt.

Checkliste Umzug

Sechs Wochen vor dem Umzug: Sortiere deine Sachen aus

1. Sortiere deine Sachen und entscheide, wovon du dich direkt trennen möchtest (Hallo, Sperrmüll!). Erstelle anschließend zwei Kategorien: eine zum Verkaufen und eine weitere zum Spenden 💖.

2. Poste die Sachen, die du loswerden willst, in einer lokalen Facebook-Gruppe, oder bei Ebay, oder noch besser: Organisiere eine kleine Flohmarkt-Party in deiner alten Wohnung. 

3. Lege die Kleider zur Seite, die du spenden möchtest. Bringe sie beispielsweise zur Kleiderkammer des Roten Kreuzes oder gib die Sachen in einen Sammelcontainer. Achte auf das Zeichen FairWertung auf dem Container, um sicherzugehen, dass die Kleider auch wirklich an Bedürftige gehen.

4. Solltest du Essen übrig haben, das du nicht mehr brauchst und das trotzdem noch gut ist, gib es an Organisationen wie die TAFEL.

Der letzte Monat: Teil’s der Welt mit, bereite das Packen vor

1. Fang an, Umzugskartons für die Sachen zu sammeln, die du in die neue Wohnung mitnehmen möchtest. Am einfachsten ist natürlich, wenn Freund*innen dir ihre Kartons vermachen können. Wenn nicht, frag’ im Supermarkt, Alkohol- oder Buchladen, ob du deren übrige (& saubere) Kartons benutzen kannst. Außerdem kannst du in der Facebook-Gruppe deiner Stadt posten, ob jemand Umzugskartons zu verschenken hat.

2. Teile den Folgenden deine neue Adresse mit: 

  • Deiner Arbeit
  • Anbieter für Gas, Wasser und Strom
  • Internet und Festnetz (falls du eins hast)
  • Ämter: Finanzamt, Einwohnermeldeamt, BAföG-Amt (falls relevant)
  • KFZ-Zulassungsstelle (wenn du einen fahrbaren Untersatz hast)
  • Bank
  • ARD ZDF Deutschlandradio Beitragsservice (die geliebten Rundfunkgebühren)
  • Versicherungen
  • Anderen Mitgliedschaften (z.B. Fitnessstudio, Pizza-Lieferdienst) 
  • Beantrage einen Nachsendeauftrag der Deutschen Post —  du kannst einen Zeitraum von 6,12, und 24 Monaten angeben. In dieser Zeit wird deine Post direkt an die neue Anschrift weitergeleitet. Check’ hierfür am besten vorher die Preise.

3. Hol’ dir eine neue Hausratversicherung und (falls nötig) Privathaftpflichtversicherung. Stell’ sicher, dass du das Anfangsdatum auf dein Umzugsdatum legst. 

4. Beschrifte alle deine Kartons — am besten mit (1) dem, was drinnen ist und (2) dem Zimmer für das der Inhalt bestimmt ist. Sorge dafür,  die Kartons an einer Seite zu beschriften und nicht oben, damit du siehst, was drinnen ist, auch wenn du die Kartons stapelst. Tipp: Beschrifte die Boxen mit zerbrechlichem Inhalt extra, beispielsweise mit einem stylischen Blitz-Symbol :zap:

5. Erstell’ eine Spotify-Pack-Playliste mit Liedern, die deine Stimmung heben oder bei denen du gerne laut mitsingst. Der richtige Tune macht das Leid des Umziehens auf jeden Fall erträglicher. 

6. Fange langsam an die Sachen zu packen, die du nicht oft benutzt, wie die teuren WMF Steakmesser oder Klamotten, für die gerade nicht das richtige Wetter ist. Konzentriere deine Aufmerksamkeit dann auf den Rest deines Hab und Guts… und lass’ das wahre Packen beginnen!

Umzugsliste Umzugshelfer organisieren

Noch ein paar Tage: Führe alles zu Ende und bereite dich auf den Aufbruch vor

1. Erforsche, wo du in der Nähe deiner neuen Bleibe einen schnellen Döner, Bowl oder Stück Pizza für wohlverdiente Packpausen herkriegst. Hast du die beste Pizzeria entdeckt, weißt du, wo du am Umzugstag die Familienpizza für deine Umzugshelfer*innen organisierst. Jetzt muss nur noch das Bier kaltgestellt werden…

2. Mach’ ein Computer-Backup. Sollte etwas schiefgehen, bist du dafür dankbar, alles an einem Ort abgespeichert zu haben. 

3. Packe eine „Box mit dem Notwendigsten“ und leg’ alles rein, was du in den ersten 24 Stunden in deiner neuen Wohnung brauchen könntest: Zahnbürste, Zahnpasta, Handy Ladegerät, Klopapier, Klamotten zum Wechseln, Laptop, Ladegerät etc. 

4. Streiche deine alte Wohnung (mithilfe deiner Buddies?) und führe wenn nötig letzte Schönheitsreparaturen durch, um dir die Mietkaution zu sichern.

5. Pack’ den Rest deiner Sachen (!).

6. Putz’ die alte Wohnung, damit sie lupenrein für die Wohnungsübergabe an die Nachmieter*in ist.

7. Falls du Zimmerpflanzen hast, gieß’ sie am besten erstmal nicht mehr, damit sie nicht zu schwer (und tropfnass) für den großen Tag sind.

8. Solltest du deinen Kühlschrank mitbringen, leere, putze und taue ihn mindestens 24 Stunden vor dem Umzug ab. Leg’ ein Handtuch davor, um das überflüssige Wasser aufzusaugen.

Umzugscheckliste Wohnungsübergabe der-alten Wohnung

Was tun während des Umzugs

Umzugstag: Check’ alles zweimal und sag „Hallo!” zum neuen Zuhause!

1. Pack’ mithilfe deiner Buddies alle deine Möbel und Kartons in den Umzugswagen. Hier findest du eine genaue Anleitung, wie ihr das am besten macht, ohne dass am Ende deine Zimmerpflanze keine Blätter mehr hat und dein Vintage-Frisierspiegel zerbrochen ist. Sollte niemand von deinen Freund*innen Zeit haben, dir unter die Arme zu greifen, kannst du studentische Möbelpacker*innen für circa 10 Euro die Stunde anheuern.

2. Sorge vor, dass du euch nicht aus Versehen ausschließt  — wickle ein Gummiband um den inneren Türgriff, kreuze es einmal und wickle das andere Ende um den äußeren Türgriff, um zu verhindern, dass die Tür zufällt.

3. Schlendere ein letztes Mal durch deine alte Wohnung und stell dir die folgenden Fragen:

  • Sind alle Fenster zu?
  • Hast du vergessen, irgendwas mitzunehmen?
  • Ist die Heizung abgeschaltet?
  • Hast du alle Wasserhähne zugedreht?
  • Hast du alle deine Wohnungsschlüssel an die Vermieter*in zurückgegeben?
  • Hast du die Wohnungstür abgeschlossen?

4. In der neuen Bude angekommen, ist Truck-Ausräumen angesagt. Hast du viele Kartons oder sperrige Möbelstücke, empfehlen wir dir eine Sackkarre. Mit der kannst du ein paar Kartons auf einmal die Treppen hochfahren. Übrigens, die Version mit drei Rädern ist besonders gut im Treppensteigen!

5. Check’ die Zählerstände für Strom, Gas und Wasser.

6. Sobald ihr alle deine Sachen hochbuxiert habt, bestell’ die versprochene Familienpizza und biete das Bier an, das du vorher besorgt hast. Chillt ein bisschen und bedank’ dich für ihre Hilfe.

Umzugscheckliste Umzug planen

7. Lass alles auf dich wirken. Du hast es geschafft. Dreh dich einmal um dich selbst, mache einen kleinen Luftsprung und freu dich mega, dass du endlich Zuhause angekommen bist.

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