Kfz-Haftpflichtversicherung

Die Kfz-Haftpflichtversicherung, auch bekannt als Autoversicherung, gehört zur Gruppe der Pflichtversicherungen. Sie deckt Fälle ab, in denen du während der Nutzung eines motorisierten Fahrzeugs andere verletzt oder deren Sachen beschädigst oder zerstörst.

Was ist eine Kfz-Haftpflichtversicherung?

Haftpflichtversicherungen springen prinzipiell in Situationen ein, in denen du anderen oder den Sachen anderer einen Schaden zugefügt hast. Im Fall der Kfz-Haftpflichtversicherung wurde der Schaden verursacht, während du mit deinem Auto, Motorrad, Lkw, Mofa oder Traktor unterwegs warst. 

Ohne die Kfz-Haftpflichtversicherung darf in Deutschland übrigens kein motorisiertes Fahrzeug auf die Straße (ausgenommen sind Fahrzeuge mit einer Höchstgeschwindigkeit von nicht mehr als 6 km/h und selbstfahrende Arbeitsmaschinen bis 20 km/h). Schon bevor du deinen fahrbaren Untersatz überhaupt zulassen kannst, benötigst du den passenden Versicherungsnachweis der Kfz-Haftpflicht. Sobald du diese abgeschlossen hast, bekommst du eine elektronische Versicherungsbestätigung (eVB-Nummer). Diese zeigst du dann einfach bei der entsprechenden Zulassungsstelle vor, um die Zulassung für dein Auto zu erhalten (yippie!).

Wichtig: Natürlich haftest du als Fahrer:in für jegliche Unfälle, die durch dich plus dein Auto entstanden sind. Sollte jedoch jemand anderes mit deinem Auto unterwegs sein und es passiert ‘was, dann haftet nicht nur diese Person, sondern auch du als Fahrzeughalter:in.

Generell sind Fahrzeughalter:innen dafür verantwortlich, dass die Versicherung für alle gilt, die das Auto fahren. Hierfür musst du jeden, der dein Auto nutzt, in deine Versicherung mit eintragen lassen. Erst dann gilt der Versicherungsschutz auch für den- oder diejenige.

Tust du das nicht, und jemand anderes baut mit deinem Auto einen Unfall, dann springt zwar deine Versicherung ein, es fällt für dich als Mitverantwortliche:r jedoch eine Strafzahlung an.

Welche Schadenarten deckt die Kfz-Haftpflichtversicherung ab?

Hier eine Zusammenfassung der Schadensfälle, die unter den Verantwortungsbereich der Kfz-Haftpflicht fallen: 

  1. Personenschäden.

Hiermit sind Verletzungen gemeint, die den Unfallopfern und Mitfahrer:innen des:der Unfallverursacher:in zugefügt wurden. Die Kfz-Haftpflicht zahlt in diesem Kontext in der Regel Folgendes:

  • Behandlungs- und Rehakosten, Schmerzensgeld und möglichen Verdienstausfall. 
  • Sollte die:der Geschädigte:r nicht mehr arbeiten können, übernimmt die Kfz-Haftpflicht die lebenslange Rente. 
  • Sollte es zum schlimmsten Fall gekommen sein, kommt deine Kfz-Haftpflicht auch für mögliche Beerdigungskosten der Unfallopfer sowie Hinterbliebenengeld auf.
  1. Sachschäden.

Ist das Auto eines anderen Verkehrsteilnehmers durch dich (bzw. deinen fahrbaren Untersatz) beschädigt oder zerstört worden, übernimmt die Kfz-Versicherung:

  • Anfallende Abschleppkosten, die Reparaturkosten des beschädigten Autos, einen Ersatz- oder Mietwagen zur Überbrückung, oder den Kauf eines gleichwertigen Pkws bei einem Totalschaden – und zwar zum Wiederbeschaffungswert/ Neuwert abzüglich des Restwerts deines beschädigten Fahrzeuges (das, was dein Auto nach dem Unfall noch wert ist). 
  • Auch für Fälle, bei denen du durch deinen Unfall ein Gebäude oder Teile der Straße, wie die Leitplanken beschädigt hast, springt die Kfz-Versicherung für dich ein. 

Und noch ein praktisches Beispiel, damit du dir das Ganze besser vorstellen kannst: Verursachst du einen Unfall mit deinem Auto, beispielsweise weil du eine:n Fahrradfahrer:in übersehen hast, ist dies ein Fall für die Kfz-Haftpflicht. Diese würde für die Kosten für das kaputte Rad und mögliche Behandlungskosten und Verdienstausfall des:der Radlers:Radlerin aufkommen. Also ein Beispiel eines kombinierten Personen- und Sachschadens. 

  1. Vermögensschäden.

Dies sind finanzielle Schäden, bei denen weder ein Personen- noch ein Sachschaden entstanden ist. Ein Beispiel wäre, wenn du mit deinem Auto direkt vor der Garage deiner Nachbarin geparkt hast. Diese muss am nächsten Tag zur Arbeit, kann aber durch die zugeparkt Einfahrt nicht ‘rausfahren. Um doch noch ins Office zu kommen, muss sie sich ein Taxi rufen. Deine Kfz-Haftpflicht würde die Kosten für diese Taxifahrt übernehmen.

Dein Kfz-Versicherer prüft zudem, ob die Schadensansprüche, die gegen dich geltend gemacht werden, auch gerechtfertigt sind. Behauptet beispielsweise jemand, dass du mit deinem Auto den Seitenspiegel eines anderen Fahrzeugs abgefahren hast und du bist dir 100%ig sicher, dass du es nicht warst, dann überprüft dein Versicherer die Rechtmäßigkeit der Anschuldigungen gegen dich.

Sind diese gerechtfertigt, kommt die Kfz-Versicherung für den Schaden bis zur vereinbarten Deckungssumme auf. Wenn dies nicht der Fall ist, wehrt sie die Forderungen gegen dich ab – notfalls übrigens auch vor Gericht. 

Jetzt, da wir im Detail geklärt haben, welche Schäden die Kfz-Versicherung abdeckt, lass’ uns einen Blick auf die Fälle werfen, für die dein Versicherer nicht für dich in die Bresche springen würde.

Welche Schäden werden nicht von der Kfz-Haftpflicht abgedeckt?

Die Kurzform: 

  • Schäden oder Verletzungen, die du absichtlich mit deinem Auto verursacht hast
  • Schäden an deinem eigenen Fahrzeug
  • Schäden, die du verursacht hast, während du beispielsweise: a) ohne Führerschein oder b) nachdem du Alkohol oder Drogen genommen hast unterwegs warst oder c) Fahrerflucht begangen hast. In diesem Fall kommt der Versicherer zwar für die Ansprüche der Personen auf, denen du einen Schaden zugefügt hast, du musst dich jedoch mit 5.000 Euro pro Fall beteiligen.

Wie kannst du dein eigenes Auto gegen Schäden absichern?

Wie wir erst dreimal erwähnt haben, geht es bei der Kfz-Haftpflicht immer um Schäden und Verletzungen anderer. Hast du einen Unfall verursacht, sind alle anderen abgedeckt, sogar deine Mitfahrer:innen sind mitversichert. Die Ausnahme stellst du selbst und dein Auto dar. Möchtest du dein eigenes Kfz gegen Schäden absichern, dann musst du dir eine Kaskoversicherung (Teilkasko oder Vollkasko) holen. Du fragst dich, was die beiden Versicherungsarten abdecken? Die Teilkaskoversicherung übernimmt unter anderem Schäden durch Brand, Diebstahl oder Unwetter wie Überschwemmung und Hagel. Die Vollkaskoversicherung geht noch einen Schritt weiter und deckt zusätzlich Schäden ab, die du selbst verschuldet hast, sowie wenn dein Auto Opfer von Vandalismus (der über Glasbruch hinausgeht) geworden ist. Die Vollkaskoversicherung lohnt sich jedoch eher, wenn du vorher ordentlich investiert und dir ein neues bzw. teures Auto zugelegt hast.

Doch zurück zur Kfz-Haftpflichtversicherung…

Wie hoch ist die Deckungssumme der Kfz-Haftpflicht?

Da es sich bei der Kfz-Haftpflicht um eine Pflichtversicherung handelt, sind auch die Mindestdeckungssummen gesetzlich vorgegeben, und zwar im § 4 des PflVG, aka Pflichtversicherungsgesetzes. 

  • Personenschäden: 7,5 Millionen Euro
  • Sachschäden: 1,22 Millionen Euro
  • Reine Vermögensschäden: 50.000 Euro

Jedoch empfehlen die Expert:innen von Finanztip, eine deutlich höhere Versicherungssumme zu wählen. Denn sollte es wirklich mal hart auf hart kommen und es gibt eine Reihe von Unfallbeteiligten (wir hoffen, dass das nie passiert!), dann reicht die gesetzlich bestimmte Versicherungssumme eventuell nicht aus. Sie empfehlen stattdessen eine pauschale Deckungssumme von mindestens 100 Millionen Euro. Wenn du dir gerade kurz Sorgen darüber gemacht hast, wie sich das auf deinen Beitrag, aka Versicherungsprämie, niederschlägt, dann können wir dich beruhigen. Auch hier hat Finanztip die Antwort: Sie gehen davon aus, dass sich die höhere Versicherungssumme nicht zu doll auf deinen Preis schlägt – normalerweise gelte die umfassendere Deckung bei den guten Versicherungsanbietern bereits als der Standard. 

Gut zu wissen: Hast du fleißig Recherche betrieben, den richtigen Anbieter für dich gefunden, und willst deinen fahrbaren Untersatz versichern, dann ist es dem Versicherer nicht erlaubt, dich abzulehnen (das Ganze nennt sich Kontrahierungszwang).

Doch wie setzt sich nun der Beitrag deiner Kfz-Haftpflichtversicherung zusammen?

Wie viel du letztendlich für deine Kfz-Versicherung zahlst, hängt von mehreren verschiedenen Faktoren ab, wie beispielsweise: 

  1. Höhe deiner Deckungssumme – mehr Deckung, möglicherweise höherer Beitrag.
  2. Regionalklasse – wie viele Schäden in deinem Wohnort bzw. dort wo du dein Auto zugelassen hast, in der Regel vorkommen. Ist die Schadensbilanz in deiner Region recht hoch, spiegelt sich das auch in einem höheren Beitrag wider.
  3. Typklasse – wie viele Schadensfälle/ Unfälle durchschnittlich für das Automodell gemeldet werden, das du fährst.
  4. Schadenfreiheitsklasse, aka SF-Klasse, – wie lange du insgesamt unfallfrei geblieben bist bzw. deine Versicherung keinen von dir verursachten Schaden zahlen musste. Meldest du länger keinen Schaden, erhältst du einen sogenannten Schadenfreiheitsrabatt und dein Versicherungsbeitrag verringert sich. Da junge Fahrer:innen und Fahranfänger:innen durchschnittlich die meisten Unfälle bauen, fangen diese in einer sehr hohen Schadenfreiheitsklasse an und zahlen höhere Versicherungsbeiträge.
  5. Alter deines Fahrzeuges
  6. Anzahl der Kilometer, die du jährlich zurücklegst

Wer übernimmt entstandene Schäden nach Fahrerflucht?

Solltest du in einen Unfall verwickelt sein, der:die Unfallverursacher:in begeht Fahrerflucht und du hast keine Möglichkeit das Kennzeichen der:desjenigen herauszufinden, dann springt die Verkehrsopferhilfe für dich ein. Sie hilft Opfern von Unfällen, bei denen keine Versicherung für den entstandenen Schaden aufkommt. Doch Vorsicht: Sie spezialisieren sich hauptsächlich auf Personenschäden. Sachschäden sind nur abgedeckt, wenn sie im Zusammenhang mit der Verletzung einer Person auftreten. 

Gilt dein Kfz-Haftpflichtschutz im Ausland?

Der Schutz deiner Kfz-Haftpflichtversicherung gilt auch innerhalb Europas. Hierunter fallen zudem Länder, die Teil der Europäischen Union sind, auch wenn sie nicht innerhalb von Europa selbst liegen. Doch wirf am besten einen Blick in deine Versicherungsbedingungen um sicherzugehen, ob dies auch der Fall ist, oder trete alternativ kurz mit deinem Versicherer in Kontakt. 

Gut zu wissen: Der Zusatz, der den Haftpflichtversicherungsschutz eines Mietwagens innerhalb Europas (plus der EU) mit einschließt, wird oftmals ‘Mallorcapolice’ genannt. 

Du solltest dir außerdem die sogenannte ‘Grüne Versicherungskarte’ von deinem Versicherer holen – sie zählt alle Länder auf, in denen dein Versicherungsschutz gilt und was genau dieser beinhaltet. In manchen Ländern ist es sogar Pflicht, diese auf Anfrage hin vorzeigen zu können.

Mietest du dir einen Wagen außerhalb Europas, beispielsweise für einen Roadtrip in den USA, greift deine deutsche Kfz-Haftpflichtversicherung nicht. Stattdessen ist der Mietwagen bei der Haftpflichtversicherung des Autovermieters versichert. Check’ hier unbedingt die Deckungssummen des jeweiligen Landes und stell’ sicher, dass sie auch hoch genug sind. Falls nicht, kannst du manchmal und gegen einen Aufpreis eine höhere Deckungssumme vereinbaren.

Lemonade und Kfz-Versicherungen

Zum jetzigen Zeitpunkt bieten wir in Deutschland noch keine Kfz-Versicherungen an. Unser Haftpflichtprodukt begrenzt sich auf die Privathaftpflichtversicherung. Diese übernimmt Schäden und Verletzungen, die du anderen und deren Sachen in deinem privaten Umfeld zufügst. Unser Plan ist es jedoch, unsere Produktpalette laufend zu erweitern. Also bleib’ dran für weitere Updates.

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Jakob Wahlers
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