Bestimmt ist auch dir der Anblick der kleinen runden Dose, die an der Decke deines Zimmers hängt und ab und zu nervtötend piepst, vertraut. Bingo. Die Rede ist vom Rauchmelder.

Die Aufmerksamkeit, die das eher unscheinbare Gerät auf sich zieht, nimmt seit über 20 Jahren kontinuierlich zu. Seitdem setzt sich der Verein Forum Brandrauchprävention’ für die Ausstattung von Wohngebäuden mit Rauchmeldern ein – eigenen Aussagen zufolge zum Schutz der Bevölkerung. Doch es gibt auch kritische Stimmen: Laut der WELT haben einige Vereinsmitglieder ein Eigeninteresse am Verkauf möglichst vieler Geräte – so beispielsweise Bosch und Siemens, Hersteller von Rauchmeldern.

Trotzdem kann man nicht bestreiten, dass Rauchmelder Leben retten können, indem sie im Brandfall rechtzeitig Alarm schlagen – und das besonders nachts. Denn entgegen allgemeiner Vorstellungen weckt uns Rauch im eigenen Zuhause nicht zwangsläufig auf. 

Weil in dem kleinen Gerät viel mehr steckt, als man auf den ersten Blick annehmen würde, nehmen wir dich mit auf die Reise und covern die wichtigsten Fakten rund um Rauchmelder:

Was ist der Unterschied zwischen Rauchmeldern vs. Rauchwarnmeldern?

First things first: Wenn von Rauchmeldern die Rede ist, sind in den meisten Fällen sogenannte Rauchwarnmelder gemeint. Das sind die Geräte, die du im privaten Zuhause findest, also in deiner Mietwohnung oder deinem Haus. Rauchmelder hingegen werden in der Regel in öffentlichen Gebäuden wie Krankenhäusern und Unis angebracht und sind etwas komplexer aufgebaut. Sobald diese einen Brand wahrnehmen, senden sie ein Signal an eine Brandmeldezentrale, während der Standard-Rauchwarnmelder dazu nicht in der Lage ist.

Disclaimer: Da sich der Begriff Rauchmelder (anstatt Rauchwarnmelder) schon so stark etabliert hat, verwenden wir im Text beide Bezeichnungen als Synonym.

Wie funktioniert ein Rauchmelder überhaupt?

Die häufigsten Rauch- oder Brandmelder fallen in die Gruppe der optischen oder photoelektrischen Melder. Was das bedeutet? Der Rauchmelder gibt ungebrochene Infrarotstrahlen ab. Treffen diese auf Rauchpartikel in der Luft, wird der Lichtstrahl gebrochen und zerstreut. Das Ganze nennt sich Streulichtverfahren. Der zurückgeworfene, zerstreue Lichtstrahl trifft anschließend auf Sensoren im Innern des Rauchmelders, was dann den Alarm auslöst. 

Das System ist so konzipiert, dass es nur durch ausreichende Rauchentwicklung getriggert wird, nicht aber beispielsweise durch einfachen Zigarettenrauch. Der Melder sollte jedoch öfters mal gereinigt werden, damit kein Fehlalarm durch Staub ausgelöst wird (wir wissen, wie sich das sonst anhört!).

Rauchmelder Versicherung

Pro-Tipp: In kleinen Küchen und Bädern sind Rauchwarnmelder nicht zu empfehlen. Das Risiko ist hoch, dass diese durch Wasserdampf angehen, an dem sich die Infrarotstrahlen brechen, ohne dass es eine echte Rauchentwicklung gibt. 

Aber wenn du auf Nummer sicher gehen möchtest, gibt’s auch hierzu eine Alternative, nämlich sogenannte Wärme- oder Hitzemelder. Diese können eine erhöhte Raumtemperatur erfassen, beispielsweise wenn 60 Grad überschritten werden, oder registrieren es, wenn die Temperatur sehr rapide ansteigt. 

Trotzdem sind die Hitzemelder ohne die Installation von Rauchwarnmeldern nicht wirklich sinnvoll für dein Zuhause. Der Grund: Sie reagieren zu spät. Bei einem Brand werden zuerst Rauchgase freigesetzt, bevor anschließend die Raumtemperatur ansteigt. Diese sind super gefährlich für dich, da sie giftige Substanzen beinhalten. 

Was macht einen guten Rauchmelder aus? 

In Deutschland werden in der Regel nur zugelassene Geräte verkauft, nämlich welche die der DIN-Norm EN 14604 entsprechen. Außerdem kannst du schauen, dass dein kleines Gerät ein Q-Siegel hat – diese werden von Stiftung Warentest empfohlen. Ein Q-Siegel sagt unter anderem etwas über die Lebensdauer deines Rauchmelders aus – Melder, die das Siegel tragen, haben in der Regel eine 10-Jahres-Batterie, auch Lithium-Langzeitbatterie genannt.

Mittlerweile gibt es, zusätzlich zum regulären Rauchmelder, sogenannte Funkrauchmelder. Wenn ein Rauchmelder Alarm schlägt, wird das Warnsignal an die anderen im Haus installierten Geräte weitergegeben, die dann auch getriggert werden. Und wenn du extrem tech-versiert bist, kannst du dir alternativ einen smarten Rauchwarnmelder zulegen, der einfach mit deinem Smart Home System verbunden wird. Sobald dieser nun Alarm schlägt, bekommst du in der Regel eine Push-Nachricht direkt auf dein Smartphone. 

Aufgrund der vielen Möglichkeiten hast du am Ende keinen blassen Schimmer, welchen Rauchmelder du dir kaufen sollst?  Hol’ dir eine Prise Expertenmeinung: Stiftung Warentest hat 17 verschiedenen Rauchwarnmelder genauer unter die Lupe genommen – die Studie informiert über die besten Geräte und zeigt zudem, dass Rauchmelder echt nicht teuer sein müssen.

Hausratversicherung Rauchmelder

Ist die Installation von Rauchmeldern Pflicht?

Rauchmelder in Wohngebäuden (egal ob gemietet oder Eigentum) sind mittlerweile in allen Bundesländern Pflicht – und zwar, wenn es sich um Neu- und Umbauten handelt. Bis vor Kurzem mussten Bestandsbauten, also schon bestehende Häuser und Wohnungen, nicht nachgerüstet werden. Jedoch ist die Übergangsfrist mittlerweile abgelaufen und alle Regionen, mit Ausnahme von Sachsen, haben sich der neuen Regelung angepasst. Was bedeutet, dass es in 15 Bundesländern Pflicht ist, auch in älteren Häusern einen Rauchwarnmelder anzubringen. 

The good news is – in den meisten Regionen fällt es in den Verantwortungsbereich deines Vermieters, die Rauchmelder anzubringen. Die weniger guten News: In der Regel bist du für die Wartung des kleinen Geräts zuständig, was bedeutet, du musst überprüfen, ob alles einwandfrei funktioniert, den Melder sauber halten etc. 

Tipp: Rauchmelder haben eine sogenannte Prüftaste – wenn du da draufdrückst, hörst du einen Ton. So kannst du checken, ob der Melder noch ok ist, oder ersetzt werden muss. Die Empfehlung ist, den Testknopf alle paar Monate zu drücken, ertönt kein Ton, solltest du dir ein neues Gerät besorgen. 

Aber warte mal: Wenn das Anbringen von Rauchmeldern ‘Pflicht’ ist, was passiert, wenn du keinen installiert hast und erwischt wirst? Wie du dir sicher denken kannst, klopft niemand an deine Tür und verlangt, dass du deinen Rauchmelder vorführst. Sollte das aber ganz theoretisch doch mal vorkommen, kann’s richtig teuer werden. Wohnst du in Niedersachsen, schwärzt deine:n Vermieter:in an und sagst aus, dass deine Miet-(Wohnung) keine Rauchwarnmelder hat, muss diese:r laut der WELT mit einer Strafe von bis zu 50.000 Euro rechnen (OMG!).

Außerdem geht es hier ja nicht darum, ein Schlupfloch zu finden, sondern, dass im Brandfall alle safe sind. Wahrscheinlich möchte es niemand gerne verantworten, sollte jemand anderem etwas passieren. 

Doch wo genau müssen die kleinen Geräte angebracht werden, um möglichst safe zu sein? 

In welchen Räumen sollte ein Rauchmelder angebracht werden?

Das unterscheidet sich leicht von Bundesland zu Bundesland. Check’ gerne die Details hier, um zu überprüfen was genau für dein Bundesland verlangt wird. In der Regel müssen die Melder jedoch in allen Schlaf- und Kinderzimmern, und in Fluren, die als Rettungswege genutzt werden können, installiert werden. 

Was vielen schon bewusst ist: Die kleinen Geräte sollten an der Decke, etwa mittig im Raum, angebracht werden. Der Grund: Brandrauch steigt in der Regel erstmal nach oben und löst so den Melder aus. Erst später sinkt der gefährliche Qualm ab und breitet sich weiter im Zimmer aus. 

Wenn es nun doch zum Brand gekommen ist (wir hoffen, dass das nie passiert!): Übernimmt die Versicherung die entstandenen Kosten, egal ob in der Wohnung ein Rauchmelder angebracht war, oder nicht?

Zahlt die Versicherung bei einem Brand ohne Rauchmelder?

Small Recap: Die Versicherungen, die in der Regel für einen Brandschaden aufkommen sind a) die Wohngebäudeversicherung, und b) die Hausratversicherung. Erstere übernimmt Brandschäden an allem, was fest verbaut ist, wie beispielsweise an Fenstern, Türen, Dach und Parkett. Diese Versicherung trägt in der Regel die Kosten für die Reparatur oder den Wiederaufbau des Wohngebäudes, für Aufräumarbeiten usw. 

Die Hausratversicherung hingegen springt ein, wenn deine ‘losen’ Sachen, also alles, was du bei einem Umzug mitnehmen würdest, durch ein Feuer zu Schaden gekommen ist. 

Nun zur Frage aller Fragen – hält die Versicherung dir den Rücken frei, auch wenn es zu einem Feuer gekommen ist, und du hast keinen Rauchmelder installiert? 

Bestimmt willst du das so nicht hören, aber leider gibt es keine Pauschalantwort,  sondern es kommt auf den jeweiligen Versicherer an. Eigentlich ist es so, dass die Versicherung Leistungen verweigern und kürzen kann – da die fehlenden Rauchmelder ein Zeichen von grober Fahrlässigkeit sein können. Doch in der Realität sieht es für viele Anbieter anders aus und sie springen sehr wahrscheinlich auch ohne die Melder für dich in die Bresche. 

Im Zweifelsfall lohnt es sich aber, in deiner Police nachzulesen, was genau bei dir der Fall ist oder direkt bei deinem Versicherer nachzufragen. Just to be safe.

Jetzt, wo wir das Thema Rauchmelder soweit abgehakt haben, noch ein paar Facts zu Bränden und deren Ursachen, sowie hilfreiche Tipps, wie du ein Feuer in deiner Wohnung von vornherein vermeiden kannst. 

Rauchmelder Gebäudeversicherung

Was sind die häufigsten Brandursachen?

Laut dem Institut für Schadenverhütung und Schadenforschung wurden 30 Prozent der in 2019 untersuchten Brände durch Elektrizität verursacht sowie 22 Prozent durch menschliches Fehlverhalten. Doch was bedeutet das genau? 

Unter die Kategorie ‘Brand durch Elektrizität’, fällt beispielsweise wenn ein defektes Kabel Funken sprüht und dadurch ein Feuer entsteht. Ein Fall von menschlichem Fehlerverhalten kann eine vergessene, noch glimmende Zigarette sein, oder Vorhänge, die durch eine Kerze, die direkt daneben aufgestellt wurde, Feuer fangen. 

Falls das deine nächste Frage war: Ja, leider kommen noch immer Personen durch Brände, genauer genommen durch Rauch, Feuer und Flammen, ums Leben. Laut dem Statistischen Bundesamt waren es im Jahr 2019 343 Personen, etwas weniger als im Vorjahr (355 Personen). Man muss jedoch dazu sagen, dass weit mehr Personen mit Langzeitschäden durch Brände zu kämpfen haben – laut der Sicherheitsfirma Abus kann man von circa 6.000 Menschen pro Jahr ausgehen.

Doch was kannst du tun, um die Wahrscheinlichkeit eines Brandes zu reduzieren?

Wie kannst du einem Brand vorbeugen?

Okay, lass uns mit den eher offensichtlichen Maßnahmen zum Brandschutz beginnen: Wenn du deine Wohnung verlässt, stell’ immer sicher, dass du deinen Herd ausgeschaltet hast. Außerdem ist es wichtig, dass du dein Bügeleisen oder Glätteisen aus der Steckdose nimmst. Noch wichtiger: Wenn du irgendwo offenes Feuer in der Wohnung hast, gehe nie weg, ohne es auszumachen– oder generell, lass es nie alleine. Auch wenn es superromantisch ist, überall Kerzen aufzustellen, passe auf, dass du die Kerzen immer im Auge hast, und nicht einfach ins nächste Zimmer gehst. So kannst du im Fall der Fälle direkt handeln.

Noch ein Tipp: Lasse keine elektrischen Geräte laufen, wenn du nicht Zuhause bist oder schläfst. Besonders gefährlich sind Trockner. Wenn wir schon von Trocknern sprechen – schließe nie zwei große elektrische Geräte an einer Steckdose an, wie beispielsweise deine Waschmaschine und den Trockner.

Wie oben beschrieben, sind die meisten Brandursachen elektrischer Art. Defekte Geräte oder Steckdosen fallen auch darunter. Sei besonders vorsichtig mit sogenannten Steckdosenleisten, in die du mehrerer Geräte an einer Steckdose anstöpseln kannst. Sie sind oft die Ursache von Kabelbränden. In der Küche mag es extrem praktisch sein, alle Küchengeräte an eine Leiste anzuschließen, aber versuch’ das unbedingt zu vermeiden. 

Und last but not least – stell’ sicher, dass du einen Feuerlöscher im Haus/ Gebäude hast und auch weißt, wie man ihn bedient.

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