Wann hattest du das letzte Mal ein richtig bedeutungsvolles Gespräch, so komplett mit in die Augen-Schauen und ganz ohne verstohlene Blicke zum Screen, auf dem gerade eine Folge von „House of Cards“ läuft? Wie lange ist es her, dass du mal wirklich den Worten deiner Liebsten gelauscht hast und nicht gleichzeitig im Kopf durchgegangen bist, was gerade stressig im Job ist oder wann du den großen Trip, der ganz oben auf deiner Bucket-Liste steht, endlich machen kannst?

Zu wissen, wie man richtig sinnvolle Fragen stellt und tiefsinnige Gespräche führt, ist gar nicht einfach und quasi eine Wissenschaft für sich. Um eine enge Beziehung aufrechtzuerhalten, sind tiefe Gesprächsthemen total wichtig — viel mehr noch als Small Talk“.

In einem Experiment fand Sozialpsychologe Arthur Aron heraus, dass es beispielsweise für Paare, die bedeutungsvolle Fragen diskutierten, viel wahrscheinlicher war ihr Beziehungslevel aufrechtzuerhalten, als für die Paare, die nur Small Talk führten. (SAGE Social Sciences Connection)

Deep Talk Themen

Da Beziehungen zweifelsfrei einen der wichtigsten Aspekte unseres Lebens ausmachen, haben wir uns entschieden, einige psychologische Studien mit Themen, die Nähe begünstigen, unter die Lupe zu nehmen. Daraus haben wir dann eine Liste mit 52 Fragen gebastelt, die wissenschaftlich gesehen Vertrautheit zwischen dir und deiner besseren Hälfte, Mitbewohner*innen oder Freund*innen fördern —  eine sinnvolle Frage für jede Woche des Jahres! 

*Für tiefe Einblicke in den spannenden Forschungsbackgrund hinter den 52 Fragen, riskiere einen Blick ans Ende des Artikels.

Mach’ tiefe Gespräche führen zu einem Ritual

Auf der Suche nach sogenannten „Deep Talk” Themen, über die du dich mit deiner besseren Hälfte austauschen kannst um einen echten Einblick in euer Seelenleben zu bekommen? Heute ist dein absoluter Glückstag!

Wir schlagen vor, ein wöchentliches Ritual zu schaffen, um diese Fragen zu stellen und zum Zuhören natürlich. Nimm dir nach einer anstrengenden Woche bewusst ein paar Minuten Zeit nur für dich und deinen Lieblingsmenschen. Lehnt euch gemütlich zurück und geht zusammen die Geschehnisse der Woche durch. Ihr könnt gerne von der eigentlichen Fragenliste abschweifen und andere Themen bequatschen. Entscheidend ist, erstmal ein richtiges Gespräch anzufangen, und mehr über deine Partner*in rauszufinden.

Also los! Stell deinen Handywecker als Reminder, setz dir ein Google Lesezeichen für diese Seite und schnapp dir deine bessere Hälfte oder Freund*innen, um das wöchentliche Ritual für euch zu starten!

52 Fragen, um Nähe und Vertrautheit zu fördern (oder wenn schon da, beizubehalten!)

1. Was vermisst du daran, ein Kind zu sein?

2. Wenn dir jemand genug Geld geben würde, um ein eigenes Unternehmen ohne jegliche Bedingungen zu gründen, was für ein Unternehmen würdest du gerne gründen und warum?

3. Erzähl mir von einem Beziehungsproblem, das du gerade hast, und frag mich um Rat.

4. Wenn du in der Zeit zurückreisen könntest, welchen Rat würdest du deinem jüngeren Ich geben?

5. Was willst du im nächsten Jahr tun, was du noch nie zuvor getan hast?

6. Nenne mir drei Dinge, die letzte Woche passiert sind, für die du dankbar bist.

7. Was ist deine Lieblingserinnerung mit mir? Erzähl’s mir mit so vielen Einzelheiten wie möglich.

8. Was macht dich glücklich?

9. Wer oder was hat dein Leben verändert?

10. Wie stellst du am besten eine Beziehung mit anderen her?

11. Bist du ein Geber, Nehmer oder Tauscher? Gibt es Bereiche in deinem Leben, in denen du dich wie ein bestimmter Typ verhältst und andere Bereiche, in denen du dich wie ein anderer verhältst? [Hier geht’s zum Giver/Taker Test]

12. Was sind die fünf wichtigsten Dinge auf deiner Bucket-Liste?

13. Was bedeutet dir am meisten?

14. Was ist einer der besten Ratschläge, den du jemals bekommen hast?

15. Wie sieht dein perfektes Wochenende aus?

16. Wenn du ein einjähriges Sabbatical nehmen könntest, was würdest du in der Zeit tun?

17. Wem vertraust du?

18. Für welche fünf Dinge bist du gerade dankbar?

19. Wenn du jetzt gerade drei freie Wünsche von einem Flaschengeist bekommen würdest, was würdest du dir wünschen?

20. Was ist das Verrückteste, das du jemals getan hast und würdest du es nochmal tun?

21. Was ist deine Lieblings-Familientradition?

22. Wenn du eine Zeitmaschine hättest, in welches Zeitalter würdest du reisen?

23. Wie lautet dein Lieblingszitat?

24. Was schätzt du an einer Freundschaft am meisten?

25. Erzähl mir deine Lebensgeschichte innerhalb von 4 Minuten, mit so vielen Details wie möglich.

26. Was ist etwas, das ich für dich gemacht habe, für das du dankbar bist?

27. Wie soll dein Vermächtnis aussehen?

28. Lass uns abwechselnd drei positive Eigenschaften voneinander aufzählen.

29. Was sind deine größten Ziele für dieses Jahr? Wie planst du es sie zu erreichen?

30. Was war dein Lieblingsplatz als Kind und warum hast du es einfach geliebt dort zu sein?

31. Erzähl mir von einigen Herausforderungen, die du an der Uni oder der Arbeit hast und frag mich nach meinem Rat, wie du sie am besten angehen solltest.

32. Was war die erste Sache, die du dir mit deinem eigenen Geld gekauft hast?

33.Was macht dich neugierig?

34. Welche sind deine drei wichtigsten Stärken? Welche Stärken suchst du bei einer Freund*in oder Partner*in? [Mach hier den VIA Charakterstärken-Test]

35. Zähle vier Gemeinsamkeiten zwischen uns auf.

36. Was sind deine drei Lieblingsgesprächsthemen?

37. Was ist deine erste Erinnerung?

38. Wie zeigst du anderen deine Dankbarkeit? Gib mir ein Beispiel.

39. Was sind deine top drei Arten, deine Liebe in Freundschaften und Beziehungen auszudrücken?

40. In welchen Situationen fühlst du dich am wohlsten, anderen deine Perspektive mitzuteilen?

41. Wer ist jemand, den du wirklich bewunderst?

42. Wie möchtest du getröstet werden wenn du verärgert bist?

43. Was würdest du an deinem „perfekten Tag“ machen?

44. Wie möchtest du in zehn Jahren dein Leben beschreiben?

45. Wenn du 100.000 Euro hättest, die du an eine beliebige Sache geben könntest, welche wäre es und warum?

46. Was sind deine top drei Orte, zu denen du eines Tages reisen möchtest und warum?

47. Wenn du jeden Job haben könntest, den du möchtest, welcher wäre es?

48. Erzähl mir von einem Tag, den du niemals vergessen wirst.

49. Wenn der Tag 26 Stunden hätte, von was würdest du mehr machen?

50. Gibt es etwas von dem du schon lange Zeit geträumt hast? Warum hast du’s noch nicht gemacht?

51. Welche Momente oder Events in deiner Kindheit haben dich geprägt und zu dem gemacht, was du jetzt bist?

52. Worüber denkst du am meisten nach?

Die Forschung hinter den Fragen

Die Fragen werden dir und deinen Liebsten dabei helfen, in tiefe und bedeutsame Themen einzutauchen, die erwiesenermaßen Vertrautheit stärken. Aber welche wissenschaftlich belegten Themen bringen dich einer anderen Person näher?

Hier ein Blick auf die sechs zentralen Ideen hinter unseren 52 Fragen und warum genau diese Topics uns einander näherbringen:

Dankbarkeit

Dankbarkeit ist gut für unseren Körper, unseren Geist und unsere Beziehungen, laut dem Psychologen Robert Emmons. Ob du nun darüber diskutierst, für was genau du dankbar bist oder Dankbarkeit für die löblichen Taten deiner bessere Hälfte ausdrückst, Dankbarkeit vertieft unsere Beziehung mit anderen. Warum genau? Dankbarkeit bewirkt ein paar Dinge: Sie schafft Vertrauen und Nähe, ein höheres Level an Beziehungszufriedenheit, sowie treibt dich und deine Lieben an, noch mehr füreinander zu geben.

So funktioniert’s: Wenn du etwas tust, für das deine Partner*in dankbar ist, dann schafft das das sogenannte ‘Prinzip der Gegenseitigkeit’, und inspirierst sie dazu, dir im Gegenzug auch etwas Gutes zu tun. Durch diese Kettenreaktion empfinden du und deine Liebsten immer mehr Dankbarkeit füreinander, was eure Beziehung zusätzlich stärkt.

Nostalgie

Apropos Dankbarkeit — in alten Erinnerungen zu schwelgen ist ein sicherer Weg, um schlafende Gefühle der Wertschätzung zu wecken. Das Nacherzählen von gemeinsamen Momenten, die du mit deinen Lieben erlebt hast, stärkt das Gefühl sozialer Verbundenheit und macht euch hilfsbereiter und rücksichtsvoller gegenüber einander, laut einer Studie des Psychologen Clay Routledge. Um noch tiefer in nostalgische Gefühle einzutauchen, empfehlen wir dir, dich über deine Erfahrung Erwachsen zu werden auszutauschen (Oh yea!).

Die eigene Kindheit miteinander zu besprechen, kann tatsächlich eine innige Verbindung zwischen den Partner*innen schaffen. Auszudrücken, wie du dich als Kind gefühlt hast und Dinge, die dich verletzt haben, als du jung warst, gibt deinen Lieben einen echten Einblick in das, was dich als Erwachsene*r geprägt hat“, sagt Beziehungsguru Rob Alex.

Zu verstehen wie du dich als Kind in guten sowie schlechten Zeiten gefühlt hast, erlaubt deinen Liebsten deine Schwächen zu sehen und kann tiefe Gefühle und Verbundenheit miteinander hervorrufen.

Rat geben und um Rat fragen

Das Erteilen von Ratschlägen stellt laut Professorin Julia Glazer eine der stärksten Bindungsformen zwischen zwei Personen dar. Wenn du einen geliebten Menschen während einer kniffligen Herausforderung berätst, signalisierst du deine Bereitschaft komplett ehrlich zu sein und zeigst, dass du dich wirklich sorgst. Zusammengenommen vermitteln diese beiden Signale ein extrem hohes Maß an Vertrauen, was tiefere Nähe schafft. (Psychology Today)

Auf der anderen Seite fördert um Rat zu fragen und Schwäche zu zeigen auch Nähe. Ein zentrales Muster, das mit der Entwicklung einer engen Beziehung verbunden wird, ist die nachhaltige, eskalierende, wechselseitige, persönliche Selbstenthüllung“, schreibt Psychologe Arthur Aron in seiner Studie ‘An Experimental Generation of Interpersonal Closeness’. Klingt total kompliziert, bedeutet aber einfach, dass du bei der zwischenmenschlichen Selbstenthüllung deine Gedanken, Gefühle oder Aspekte deiner eigenen Identität preisgibst.

(Informationen) miteinander teilen

Wenn du etwas mit deiner besseren Hälfte teilst – ob nun eines deiner dunklen Geheimnisse, einen Traum, oder eine tiefe Sehnsucht – passiert etwas Verrücktes mit deinen kleinen grauen Zellen. Das Belohnungszentrum deines Gehirns leuchtet auf wie eine LED Leuchtreklame und das Hormon Oxytocin wird freigesetzt. Ein anderes Wort für Oxytocin? Das ‘Liebeshormon’, weil es eine riesige Rolle in der Bildung von Bindungen zwischen zwei Menschen spielt.

Verschiedene Studien zeigen, dass die Freisetzung von Oxytocin uns sympathischer und offener für unsere eigenen Gefühlen macht. Tatsächlich fand die Paartherapeutin Beate Ditzen mit ihrer Forschung heraus, dass die Abgabe von Oxytocin unseren Liebsten dabei hilft, Konflikte wirkungsvoller zu lösen: Wenn es freigesetzt wird zeigen Frauen einen Rückgang des sozialen Stresshormons, während Männer ihre Kommunikation verbessern, mehr Blickkontakt herstellen, und offener für ihre eigenen Gefühle werden — alles essenzielle Verhaltensweisen um Konflikte friedlich zu lösen.

Die Vorlieben des anderen rausfinden

Wenn wir wissen, was unsere Liebsten mögen und was nicht, verstehen wir besser, wie wir gute Partner*innen für sie sein können. Das scheint nun wirklich offensichtlich, trotzdem verpassen viele von uns, unsere Partner*innen geradeaus nach ihren Likes und Dislikes zu fragen. Von der Frage welche Aktivitäten ihnen am meisten Spaß bringt, über was sie in einer Freundschaft mit anderen schätzen — ihre einzigartige Perspektive zu verstehen, hilft uns, besser für sie da zu sein.

Ebenso stellen die verschiedene Arten, wie unsere Liebsten in schweren Zeiten getröstet werden wollen, ein wertvolles Gesprächsthema dar. Das einzige Gespräch, das für Paare genügt, um Nähe aufzubauen, beginnt mit der Frage: Wie kann ich dir helfen wenn du leidest? Oder, wie würdest du gerne, dass ich reagiere, wenn für dich was schmerzlich ist?“, sagt die klinische Hypnotherapeutin Rachel Astharte.

Gemeinsamkeiten

Es ist kein Zufall, dass Datingseiten Menschen auf Grundlage ihrer Gemeinsamkeiten miteinander verbinden  — die Wissenschaft sagt uns, dass Gemeinsamkeiten Beziehungen stark machen und halten.

Wir fühlen uns mit Menschen stärker verbunden, die ähnliche Einstellungen wie wir haben, laut dem Psychologen Donn Byrne. Tatsächlich hat eine Übersicht von 313 Studien mit über 35.0000 Teilnehmer*innen gefunden, dass Gemeinsamkeiten ein sehr starker Prädiktor für Anziehung und Verbindung in Beziehungen sind. Warum das? Eigentlich suchen wir immer nach Partner*innen, die unser schon bestehendes Weltbild noch bestätigen. Wenn wir also mit jemandem, mit einer ähnlichen Weltanschauung wie wir, zusammen sind, dann bestärkt das unsere eigene Meinung, wir verurteilen uns weniger gegenseitig und alles ist viel harmonischer.

Zu entdecken was du und deine bessere Hälfte miteinander teilen  — ob es nun eine Meinung ist, eine Angewohnheit oder ein Lieblingsessen  — bringt dich näher zusammen und erinnert dich an deine Freundschaft. Plus, deine gemeinsamen Erlebnisse zu reflektieren, ruft ein Gefühl von Dankbarkeit für die Beziehung, die du hast, sowie die Erinnerungen, die du miteinander teilst, hervor (was uns wieder an den Anfang zurückbringt!). 

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